Appell und Unterstützungsschreiben an die Härtefallkommission

Basler Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Wissenschaft sowie Vertreter*innen kirchlicher Kreise haben heute Abend einen dringlichen Appell und Unterstützungsschreiben an die Härtefallkommission Basel-Stadt der Öffentlichkeit vorgestellt. Darin fordern sie die Kommission auf, die Lebensumstände von Beto, Desirée, Marta und Meire als Härtefälle anzuerkennen und ihre Gesuche um eine Bewilligung gut zu heissen. Prof. Dr. Regina Wecker stellte den Appell an einem Apéro im Spalentor vor. Pfarrerin Ines Rivera und Jean-Jacques Dünki präsentierten die Unterstützungsschreiben aus den kirchlichen Kreisen.

Im Hinblick auf die Sitzung der Härtefallkommission am 26. September haben zwölf Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Wissenschaft nun einen öffentlichen Appell an die Härtefallkommission formuliert. Darüber hinaus haben Vertreter*innen kirchlicher Institutionen zwei Unterstützungsschreiben verfasst. All diese Personen bringen dadurch ihre Unterstützung für die Sans-Papiers zum Ausdruck und fordern die Härtefallkommission auf, die schwierigen Lebensumstände der Sans-Papiers anzuerkennen und ihnen ein würdiges Leben mit Bewilligung in Basel zu ermöglichen.

Vorstellung des Appells und der Unterstützungsschreiben

Bei einem Apéro im Spalentor wurden der Appell und die Unterstützungsschreiben der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Spalentor symbolisiert gleichermassen die Stadt Basel, die zur neuen Heimat der Sans-Papiers geworden ist, wie auch als Stadttor den Ort, an dem neue Bürger*innen der Stadt eingelassen und empfangen werden. Prof. Dr. Regina Wecker, emeritierte Professorin für Frauen- und Geschlechtergeschichte und Trägerin des Chancengleichheitspreises beider Basel 2015, stellte den Appell der Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Wissenschaft vor, Pfarrerin Ines Rivera das Schreiben aus kirchlichen Kreisen und Jean-Jacques Dünki das Schreiben des Kirchgemeindekreises Titus. Alle bekräftigten in Ihren Ansprachen die Forderungen aus den Schreiben. Beto bedankte sich in einer kurzen Rede für die grosse Unterstützung: „Heute bin ich besonders glücklich, dass wir auch die Unterstützung von so vielen wichtigen Menschen aus der Stadt Basel erhalten. Es ist wichtig für unsere Sache, dass sich Menschen, die Papiere haben, mit uns solidarisieren.“

Hoffnung auf die Härtefallkommission

Der Appell und die Unterstützungsschreiben bringen Unverständnis für die Entscheide des Migrationsamtes und grosse Hoffnung auf die Härtefallkommission zum Ausdruck. So konstatieren die Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Wissenschaft: „Die Härtefallregelung ist ein wichtiges Instrument, Sans-Papiers in schwierigen Situationen eine Perspektive zu ermöglichen. Weshalb die vorliegenden Fälle keine Härtefälle sein sollen, bleibt uns unerklärlich“. Hervorgehoben wird in den Schreiben auch die Bewunderung für den Mut der Sans-Papiers, den Schritt aus der Anonymität zu wagen. Die Unterzeichnenden fordern, die Leistungen der Sans-Papiers für unsere Gesellschaft zu würdigen und sie als Mitglieder der Gesellschaft anzuerkennen: „Wir stehen hinter diesen Sans-Papiers, die genau so Teil der Stadt sind wie wir.“ Der Appell an die Härtefallkommission ist deutlich: „Wir sind überzeugt, dass sie alle in Basel bleiben müssen. Es liegt nun in Ihren Händen, den betroffenen Sans-Papiers eine Grundlage für eine würdevolle Zukunft in ihrem Zuhause Basel zu geben.“

Den Appell und die Schreiben finden sich hier:

Appell der Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Wissenschaft

Unterstützungsschreiben aus kirchlichen Kreisen

Unterstützungsschreiben des Kirchgemeindekreises Titus

Eindrücke vom Apéro im Spalentor:

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